Wasserschaden im Keller: erste Schritte und wer zahlt

Keller

Wasser im Keller: zuerst die Ursache, dann die Pumpe

Bei einem nassen Keller entscheidet die Herkunft des Wassers über alles Weitere: über die ersten Handgriffe, über die Trocknung und darüber, wer am Ende zahlt. Vier Ursachen kommen in Frage, und sie sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich.

Leitungswasser

Rohrbruch, undichte Heizung, defekte Waschmaschine. Das Wasser ist sauber, die Menge steigt gleichmäßig, und die Wasseruhr dreht sich auch bei geschlossenen Hähnen.

Starkregen von außen

Wasser läuft über Lichtschächte, Kellerabgänge und Einfahrten hinein. Meist schmutzig, oft nach Gewitter, häufig gleichzeitig bei mehreren Häusern in der Straße.

Rückstau aus dem Kanal

Die Kanalisation ist überlastet, das Wasser drückt durch Bodenabläufe und Toiletten zurück ins Haus. Erkennbar am Geruch und daran, dass es aus dem Abfluss kommt und nicht von der Wand.

Drückendes Grundwasser

Der Grundwasserspiegel steigt und drückt gegen Bodenplatte und Wände. Typisch für Moor- und Auenlagen, oft mit Verzögerung von Tagen nach dem eigentlichen Regen.

Erste Schritte

Was zuerst zu tun ist

  1. Strom abschalten. Sicherung für die betroffenen Räume herausnehmen, bevor Sie hineingehen. Stehendes Wasser und Elektrik vertragen sich nicht, und im Keller sitzen Verteilung, Heizung und Waschmaschine oft direkt nebeneinander.
  2. Haupthahn zudrehen. Läuft das Wasser danach weiter, kommt es nicht aus Ihrer Installation, sondern von außen oder aus der Zuleitung vor der Wasseruhr.
  3. Nicht zu früh abpumpen. Steht draußen noch hoher Grundwasserstand, kann ein zu schnell leergepumpter Keller aufschwimmen oder die Bodenplatte kann reißen, weil der Gegendruck von innen fehlt. Bei drückendem Grundwasser gehört das Abpumpen in Fachhände, nicht an die Baumarktpumpe.
  4. Fotografieren, bevor etwas bewegt wird. Wasserstand je Raum, die Ursache, der Zählerstand. Ohne diese Bilder wird die Regulierung zäh.
  5. Nichts wegwerfen. Durchweichte Möbel und Kartons bleiben, bis der Schaden aufgenommen ist.

Versicherung

Warum die Ursache über die Zahlung entscheidet

Bei Leitungswasser greift die Wohngebäudeversicherung im Normalfall. Kommt das Wasser dagegen von außen, also durch Starkregen, Hochwasser oder Rückstau, zahlt sie nur, wenn Elementarschäden ausdrücklich mitversichert sind. Das ist ein Zusatzbaustein, den viele ältere Verträge nicht enthalten.

Beim Rückstau kommt eine zweite Hürde dazu: Versicherer erwarten in der Regel eine funktionsfähige Rückstausicherung. Fehlt sie oder war sie offen, kann die Leistung gekürzt werden. Prüfen Sie deshalb nach jedem Rückstau, ob die Klappe schließt, und lassen Sie sie regelmäßig warten.

Ihre eigenen Sachen im Keller, also Möbel, Werkzeug, Vorräte, laufen über die Hausratversicherung, nicht über die Gebäudeversicherung. Auch dort gilt die Unterscheidung zwischen Leitungswasser und Elementarschaden.

Vorbeugen

Was den nächsten nassen Keller verhindert

Die meisten Kellerschäden wiederholen sich, weil die Ursache bleibt. Vier Punkte lohnen sich fast immer, und drei davon kosten wenig.

  1. Rückstausicherung prüfen. Einmal im Jahr öffnen, Dichtung ansehen, Klappe von Hand bewegen. Eine verklemmte Klappe ist im Ernstfall wie keine.
  2. Lichtschächte freihalten. Laub und Kies setzen den Ablauf zu. Abdeckungen mit Rand halten Oberflächenwasser ab, das sonst direkt hineinläuft.
  3. Gefälle vom Haus weg. Wo Einfahrt oder Terrasse zum Haus hin fallen, läuft Starkregen an die Wand statt in den Gully. Oft mit wenig Aufwand zu ändern.
  4. Pumpensumpf mit funktionierender Pumpe. In Lagen mit hohem Grundwasserstand die wichtigste Einzelmaßnahme, und die, die im Ernstfall am häufigsten ausgefallen ist, weil sie jahrelang nicht gebraucht wurde.

Und die Vertragsseite: Prüfen Sie, ob Ihre Wohngebäudeversicherung Elementarschäden einschließt. Ohne diesen Baustein ist ein vollgelaufener Keller nach Starkregen Ihr Problem, nicht das der Versicherung.

Danach

Trocknung im Keller dauert länger

Keller sind kühl und feucht, dort arbeiten die üblichen Kondenstrockner schlecht. Deshalb kommen Adsorptionstrockner zum Einsatz, die auch bei niedrigen Temperaturen ziehen. Beton und Bodenplatten gehören ohnehin zu den Bauteilen mit der längsten Trocknungszeit, vier bis acht Wochen sind keine Ausnahme.

In Lagen mit hohem Grundwasserstand, etwa auf Moorboden, kommt eine zusätzliche Frage dazu: Was von der Feuchte stammt aus dem Schaden und was war vorher schon da? Ohne diese Trennung trocknet man gegen den Untergrund an und zahlt Gerätetage ohne Ergebnis.

Mehr dazu im Ratgeber zur Bautrocknung. Wer zahlt und wann Mieter mindern dürfen, steht unter Versicherung und Mietminderung. Eine Preisspanne für Ihren Fall gibt der Kostenschätzer.