Leckortung
Wie ein verstecktes Leck gefunden wird
Nicht jeder Wasserschaden zeigt sich als Pfütze. Viele Lecks sitzen in der Wand oder unter dem Estrich und melden sich erst über Umwege: ein Fleck an der Decke des Nachbarn, eine warme Stelle im Boden, ein Wasserverbrauch, der ohne erkennbaren Grund steigt. Die Suche danach heißt Leckortung, und sie ist ein eigener Auftrag vor der eigentlichen Sanierung.
Der einfachste Test kostet nichts: Drehen Sie alle Zapfstellen zu und sehen Sie auf die Wasseruhr. Bewegt sich das Sternrad weiter, verliert Ihre Installation Wasser. Bei Heizungsanlagen ist der Druckabfall im Kessel das Gegenstück dazu.
Verfahren
Vier Wege, ein Leck einzugrenzen
- Akustische Ortung. Austretendes Wasser erzeugt ein Geräusch, das über Boden und Rohr weitergeleitet wird. Mit Körperschallmikrofonen lässt sich die lauteste Stelle finden. Funktioniert gut bei Druckleitungen, schlecht bei drucklosen Abflüssen.
- Thermografie. Eine Wärmebildkamera macht Temperaturunterschiede sichtbar. Warmes Wasser aus einer Heizleitung zeichnet sich im Estrich ab, verdunstende Feuchte kühlt eine Wand messbar ab.
- Feuchtemessung. Widerstands- und kapazitive Messgeräte grenzen ein, wie weit sich die Nässe ausgebreitet hat. Damit findet man weniger das Leck selbst als den Bereich, in dem gesucht werden muss.
- Prüfgas oder Färbemittel. Ein Gasgemisch wird in die entleerte Leitung gedrückt und tritt an der Leckstelle aus, wo ein Detektor es aufnimmt. Bei Abflüssen wird stattdessen eingefärbtes Wasser eingesetzt. Aufwendiger, dafür oft die letzte Möglichkeit, wenn die anderen Verfahren nichts ergeben.
In der Praxis wird kombiniert. Erst wird der Bereich über die Feuchtemessung eingegrenzt, dann wird akustisch oder thermografisch nachgesetzt, und nur wenn das nicht reicht, kommt Prüfgas zum Einsatz.
Kosten
Was eine Leckortung kostet
Für den Normalfall werden rund 200 bis 600 Euro genannt, je nach Verfahren und Aufwand. Aufwendige Ortungen, etwa unter großen Flächen oder in Flachdächern, liegen deutlich darüber. Verbreitet ist auch ein Stundenmodell mit einer Pauschale für die ersten Stunden und einem Satz für jede weitere.
Wichtig für die Kalkulation: Die Leckortung ist ein weitgehend flächenunabhängiger Posten. Sie kostet bei zwei Quadratmetern ungefähr dasselbe wie bei zwanzig, denn der Aufwand liegt im Suchen, nicht in der Größe des Schadens. Rechner, die sie als Prozentanteil der Fläche ausweisen, rechnen an der Sache vorbei.
Bei einem Leitungswasserschaden übernimmt die Wohngebäudeversicherung die Suche nach der Leckstelle in aller Regel mit, ebenso die dafür nötigen Öffnungen und deren Verschluss. Klären Sie das vor dem Auftrag mit Ihrem Versicherer, damit die Rechnung später nicht an Ihnen hängen bleibt.
Anzeichen
Woran Sie ein verstecktes Leck erkennen
- Die Wasseruhr läuft, obwohl alles zu ist.
- Der Heizungsdruck fällt und muss immer wieder nachgefüllt werden.
- Eine warme Stelle im Boden, die es vorher nicht gab.
- Muffiger Geruch in einem Raum, ohne sichtbare Ursache.
- Abplatzender Putz oder Blasen in der Tapete, meist am Wandfuß.
- Ein Fleck beim Nachbarn unter Ihnen, dessen Ursache in Ihrer Wohnung liegt.
Je früher gesucht wird, desto kleiner bleibt der Schaden. Ein Leck, das wochenlang in die Dämmschicht läuft, macht aus einer Reparatur eine Sanierung mit Bohrungen und wochenlanger Trocknung. Für nasse Keller gibt es einen eigenen Text zum Wasserschaden im Keller, und wer am Ende zahlt, steht unter Versicherung und Mietminderung.